Warum Helm tragen?

by consta on Oktober 12, 2011

Darum:

via

Eiszeit

by consta on Oktober 5, 2011

Unglaublich, aber es ist schon ein halbes Jahr seit dem letzen Posting hier vergangen… Man könnte fast annehmen, der Autor hat kein Bock auf Speedskating mehr und sein Blog ist längst gestorben. Nein, die beiden Annahmen stimmen nicht. Mindestens die erste, die mit dem Speedskating. Ob das Blog noch lebt, wird die Zeit zeigen.

Den heutigen Post widme ich dem Thema Eisschnelllauf. Am 1. Oktober wurde in Köln der neue Lentpark geöffnet – eine Ereignis, auf die ich seit mindestens einem Jahr gewartet habe. Am 3. Oktober stand ich drin, auf dem Eis und mit den zitternden Beinen.

Lentpark

Ersten Aufklärungsbesuch habe ich am Samstag abgelegt, gleich nach der Marathon-Messe, erstmal ohne Equipment.

Die neue Gebäude ist groß und schön, die Empfangsdamen sind nett und höflich, sie ernsthaft versuchen meine komischen Fragen zu verstehen und mir weiter zu helfen:

„Darf ich mit meinen langen schnellen Kufen hier überhaupt rein?“
„Ja, sicher Sie dürfen.“
Klasse! Mindestens habe ich sie nicht umsonst gekauft.

„Kann ich meine langen schnellen Kufen hier schleifen lassen?“
„Aber natürlich, wir schleifen hier alle Kufen.“
Da bekomme ich Zweifel. Ich habe schon nämlich versucht die Kufen in Grefrath mal schleifen zu lassen, beim dortigen Schittschuhverleih-Meiser – ohne Erfolg. Der hat mich damals direkt zu den Speedkater geschickt, mit dem Verweis – “solche Kufen sollen die schleifen, die davon Ahnung haben”. Mir bleibt die Hoffnung, dass hier im Lentpark jemand diese Ahnung hat.

„Gibt es schon die Zeiten, wann man hier so richtig schnell fahren darf?“
„Nein, Sie dürfen in jeder Zeit kommen und so schnell fahren, wie Sie nur können.“
Oh ja, Sie können sich gar nicht vorstellen, wie schnell ich fahre. Ich bin gestern 42 km unter 1:30 gefahren. Zwar auf Rollen, aber es ist fast das gleiche. So cool ich bin. Punkt.

„Gibt es Eisschelllauf-Vereine, die hier regelmäßig trainieren?“
„Ja, die Vereine gibt es, aber wir haben erst aufgemacht, da können noch nichts zu den Trainingszeiten sagen.“
Na gut, immerhin. Ich dachte mir, alle Eisschnellläufer der Umgebung haben unter sich schon längst die Trainingszeiten ausgemacht noch bevor der Grundstein vom Lentpark gelegt wurde. Das scheint aber nicht der Fall zu sein.

Aber das lustigste an all diesen Fragen war, dass ich dabei ernsthaft glaubte, ich kann auf dem Eis schnell laufen. Ha! Da habe ich wohl meinen ersten, und bis jetzt einzigen Versuch vergessen, Eisschnelllauf zu beherrschen. Das war letztes Jahr, im Eissportzentrum Grefrath, und es war ein Desaster. Während all die Profis dort fliegend Runde für Runde zurücklegten, lieferte ich so eine Art Eiertanz an der Bahnrande ab. Es sah bestimmt sehr lustig aus. Und wer hat Schuld, wenn bei einem erfahrenen Sportler irgendwas nicht klappt? Equipment natürlich, was sonst? In dem Fall wusste ich ganz genau – meine Kufen sind Stumpf und müssen erstmal geschliffen werden.

Am Montag, ungeachtet auf den Muskelkater – eine Folge des ungewöhnlich-schnellen Köln-Marathons am Tag davor, stehe ich pünktlich um 9 Uhr vor den Türen der Eishalle. Hier muss man erwähnen, im Lentpark gibt es noch eine Schwimmhalle, aber ich bin heute definitiv nur wegen des Eises hier.

Am Eingang feuere ich noch mal die gleiche Frage zum schleifen ab, dabei zeige ich den Damen das, was ich unter “langen und schnellen Kufen” verstehe. Das beeindruckt sie offensichtlich so stark, dass mir der Eismeister hochpersönlich bestellt wird. Er guckt sich meine Kufen an, macht eine skeptische Miene und sagt mir ehrlich – wofür ich ihm sehr dankbar bin – dass er mit solchen Kufen keinerlei Erfahrung hat. Man könne zwar versuchen, aber es gebe keine Garantie, dass danach die Kufen einsatztauglich bleiben. Der Eismeister meinte auch, die Kufen sehen doch ziemlich scharf aus… Das weckt in mir den Verdacht, dass meine bisherige Misserfolge im Eisschnelllauf können auch an mir liegen. Also, verzichte ich erst mal auf das Schleifen.

Den Eintritt bezahle ich mit meiner goldenen Kölner-Bäder-Karte (so eine Vorteilskarte, die ich dank meiner Vorliebe zum schwimmen besitze). Die Karte senkt den Eintrittspreis von 7.50 auf 6 Euro für zwei Stunden. Auch gut.

Die Umkleidekabinen befinden sich im Untergeschoss, in dem gleichen Raum mit dem Schlittschuhverleih. Dort hängt übrigens ein Schild, wo drauf steht: “Wir schleifen nur Hobby-Kufen. Alles anderes – auf Anfrage”. Ok, das mit der Anfrage habe ich schon versucht. Zum Verleih werden übrigens auch nur Hobby-Schlittschuhe angeboten, nichts für Eisschnelllauf.

Ich ziehe mich zügig um, und laufe zwei Stöcke nach oben zu dem Eishochbahn. Man kann auch einen Aufzug nehmen, aber die richtigen Sportler benutzen doch nur die Treppen, richtig?

Oben angekommen ziehe ich mir meine Schuhe an, und ab auf das Eis… Und in dem Moment wird mir klar – mit dem schnellen Fahrt wird es heute wieder nichts. Meine Füsse machen auf dem Eis alles mögliches, nur nicht das, was ich von denen will. Die drehen sich plötzlich, oder rutschen gern zur Seite. Mit grosser Mühe erreiche ich die erste Kurve. Zum Glück es ist noch ziemlich früh, ich bin alleine und kein Mensch sieht, wie ich mit dem Eis kämpfe. Vorsichtig schaffe ich die erste lange Gerade.

Die Eishochbahn im Lentpark hat die Form eines Dreiecks, an den zwei längeren Seiten gibt es zwei Buchten mit Bänken zur Erholung. Die Bahn selbst ist 260m lang und 8m breit, allerdings vor den Buchten wird sie um ein Paar Meter schmaler. Entlang der kürzeren Seite liegt unten der Eisstadion, in der Ecke gegenüber – die Schwimmhalle, die von der Eishochbahn mit Glass abgeschirmt ist. Es ist schon lustig zu skaten und dabei Leute beobachten, die entweder Eishockey spielen, oder im Schwimmbecken kraulen. Natürlich nur in dem Fall, wenn man beim Skaten nicht verzweifelt versucht seine Füsse unter Kontrolle zu halten.

Und das ist keine leichte Aufgabe. Mittlerweile merke ich, dass meine Kufen mindestens einmal geschliffen worden sind – sie weisen ganz offensichtlich den sogenannten “Bogenschliff” auf (über das schleifen von Kufen kann man übrigens hier im Speedskating-World Forum nachlesen). Nach den Inline-Skates ist es schon spannend zu merken, dass man auf dem Eis nicht nur seitlich balancieren muss, sondern in allen möglichen Richtungen. Mir scheint es so zu sein, dass man auf einem winzigen Punkt gleitet, der sich irgendwo an der Kante befindet.

Ich bleibe aber weiterhin tief in meiner Eisschlacht versunken, und das Eis gibt langsam den Kampf auf. Ich stelle erstaunlich fest, dass das Skaten nach jeder Runde besser klappt. Langsam traue ich mich, in den Kurven zu übersetzen. Kurz danach fange ich an, die Zeit der Runden zu stoppen. Das macht Spass, jede Menge Spass. 260 m in 40, 37, 36 sec… Wow! Und als ich mich schon fast als Profi-Eisschnellläufer fühle, da kommt plötzlich ein kleines Kind auf die Eisfläche, und skatet direkt vor mir, mit meiner harterarbeiteten Top-Geschwindigkeit, aber rückwärts! Und lächelt mich dabei an… Na toll. Da merke ich, dass mittlerweile wesentlich mehr Leute um mich herum mitskaten, dabei sind etliche Levels vertreten. Es ist zwar noch nicht voll, aber man muss schon aufpassen.

Gegen 11 Uhr ist meine Zeit um, ich packe die Skates und gehe zufrieden nach Hause. Hinter mir bleibt der neue Lentpark und mein erstes Eis-Training in dieser Saison. Man kann fast sagen – das erste Eis-Training in meinem Leben.

Faszit

Eis ist cool. Eis macht Spaß. Eisschnelllauf ist gerade voll dabei, bei mir den zweiten Platz unter meinen beliebtesten Sportarten einzunehmen. Der neue Lentpark hilft dabei enorm. Ich glaube immer noch nicht, dass wir jetzt so was cooles hier in Köln haben. Im Moment kann ich es mir gut vorstellen, ein-zwei mal pro Woche abends auf der Eishochbahn ein paar Runden zu drehen. Ich weiß nicht, ob man dadurch besser auf den Rollen skaten wird, aber wie gesagt – Eisschnelllauf macht Laune, und das ist das einzige, was zählt.

Das mit dem Schleifen denke ich mittlerweile – meine Kufen sind noch scharf genug. Rasieren kann man sich damit zwar nicht, aber vom Fingernagel kann man locker was abkratzen. Klar ist – Eisschnelllauf muss erstmal gelernt werden, und das passiert eben nicht während der ersten Stunde.

Ich bin gespannt, wie die Nutzung der Eishochbahn im Lentpark sich entwickelt. Ob die Trainingszeiten festgelegt werden, wann nur Speedskater unterwegs sind, oder wird es immer gemischt geskatet. Oder bleibe ich der einzige Quasi-Speedskater dort, was ich mir eigentlich nicht vorstellen kann.

Zwischendurch habe ich noch die Bahn im Lentpark gefilmt. Hier ist das große Kino, viel Spaß beim Mitskaten!

Links

Lentpark
Vorteilskarte
Eissportzentrum Grefrath
Speedskating-World Forum
YouTube Video: Meine erste Runde Im Lentpark

Ab jetzt zeichne ich immer im Helm

by consta on Mai 23, 2011

… ich meine, ich zeichne mich im Helm. Wie alle anderen Skater. Immer. Ohne Helm gibt es nämlich keine Skater. Punkt.

Inline-Day Kerpen

by consta on Mai 20, 2011

Eigentlich will ich gar nicht ein Speedskating-Rennen mit kriegsartigen Aktionen vergleichen. Aber als ich neulich in Kerpen beim 5. Inline-Day mitten im Rennen diesen Spruch hinter meinen Rücken hörte, hatte ich genau so ein Bild von tapferen Männern vor Augen, die sich ohne Rücksicht auf Verluste zum Ziel durchschlagen.

Hier muss ich sagen – seitdem ich versuche, meine Rennen nicht im Alleingang zu bewältigen, beobachte ich immer wieder eine von den folgenden Optionen im Rennablauf: entweder ich verliere irgendwann meine Gruppe, weil sie für mich zu schnell ist, oder meine Gruppe verliert mich, wiel ich für sie zu schnell bin.

Der Halbmarathon in Kerpen gestaltete sich im Sinne der besagten zweiten Option. Kurz nach dem Start fand ich mich in einer relativ kleinen Gruppe aus 5-6 Skatern wieder, wir fuhren in einem flotten Tempo und ganz nach Skate-Schulbüchern übernahmen abwechselnd die Führungsarbeit. Das war toll.  Nur mit der Zeit merkte ich, dass ich immer öfter an der Spitze lande, bis mir irgendwann mitgeteilt wurde, dass unsere Gruppe gerade noch einen Mann verloren hat und ab jetzt nur aus zwei Skatern besteht.

Vor uns lag fast die halbe Strecke, und ehrlich – ein Rennen in einer Zweier-Gruppe durchzuhalten ist nicht gerade easy. Man kann sich nirgendwo mehr verstecken. Man übernimmt im gewissen Sinne die Verantwortung für den anderen. Man hat Angst, den anderen zu verlieren, weil dann ales noch wiel schwieriger wird. Man trauet sich nicht abzuhauen aus der Befürchtung es nicht zu schaffen. Aber was wirklich zählt – sogar zu zweit ist einfacher zu skaten als alleine.

In dem Tandem sind wir dann bis zum Finish gefahren. An der Zielgerade habe ich mir sogar einen kurzen Sprint erlaubt; zum Glück hatten wir schönen Rückenwind an der Stelle. Als ich die Ziellinie überquerte, zeigten die Stoppuhr 45:50. So oder so – es ist fast 5 Minuten schneller, als an der gleichen Strecke ein Jahr davor.

Ich frage mich natürlich wieder, was wäre, wenn ich mich am Start bisschen mehr angestrengt hätte und mit einer schnelleren Gruppe mitgefahren bin? Wahrscheinlich wäre ich dann selbst zu dem Mann geworden, von dem jemand gesagt hätte – “wir haben noch einen verloren”. Vielleicht könnte ich es auch schaffen, und dann noch eine halbe Minute rausholen. Wer weiß. Die Zeit spielt schließlich keine Rolle.

Zu der Veranstaltung selbst – ich mag Kerpen. Der Inline-Day entwickelt sich langsam zu einem meiner beliebtesten Rennen. Das war mein dritter Start dort gewesen, und immer gab es strahlende Sonne in Kerpen, diesmal sogar mit Rückenwind auf Zielgerade. So was hat noch kein anderer Veranstalter geschafft. Und alles ist richtig gut organisiert.

Ich denke, solche kleine Rennen bieten gerade den Freizeitskatern wie ich prima Angelegenheit an, den Renngefühl zu schnappen. Ich weiß es nicht, ob ich bei dem Sport geblieben wäre, wenn ich nicht Kerpen oder Langenfeld entdeckt hätte. Die großen Marathons sind schön und gut, aber sie sind längst nicht alles, was das Leben zu bieten hat.

Nächste Station – Rhein-Ruhr-Marathon in Duisburg. Bin gespannt. Ich war nämlich noch nie dort gewesen.

Skate-Challenge

by consta on Mai 13, 2011

So, an den Pausen zwischen Updates hier kann man gut sehen, dass in den letzten Wochen perfektes Skate-Wetter da draußen herrscht. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber bei dem Wetter bevorzuge ich viel lieber auf den Rollen Zeit zu verbringen, als vor dem Rechner zu sitzen und in irgendwelche komischen Blogs zu schreiben. Dabei läuft bereits die Renn-Saison auf vollen Touren, was wiederum bedeutet – es gibt mittlerweile jede Menge, worüber man berichten kann. Ich unterdrücke deswegen kurz meine Abneigung zu den Computern, und fange an mit dem Bericht zu der 5. Rhein-Main Skate-Challenge.

Wenn ich an das Rennen denke, dann erstes, was mir einfällt, sind die Berge. Es ist erstaunlich, aber unterwegs von Eschborn nach Frankfurt und zurück gibt es unzählige Berge. Große Berge, kleine Berge, steile Berge, flache Berge… Eigentlich, man kann all diese Berge in zwei große Gruppen unterteilen:

Berge, auf die man klettern muss…

…und Berge, von denen man runterspringt.

Ich kann mich immer noch nicht entscheiden, welche von diesen Berg-Arten ich am tollsten finde. Die erste raubt mir die Kräfte, die zweite – Nerven. Die Kombination aus den beiden macht ein Rennen zu einer Herausforderung, und ich glaube deswegen – die Skate-Challenge ist kein einfaches Rennen. Ich starte dort bereits zum zweiten mal, und schon wieder schaffe ich nur die ersten 30 km in halb-fix guter Fassung. Ok, diesmal war ich schneller gewesen, und habe ein paar Schritte weiter geschafft, bevor mir Luft ausging, aber dennoch – was ist das für ein mieses Gefühl zu sehen, wie deine Gruppe unaufhaltsam von dir wegrollt… Und das passiert mir in Frankfurt schon zum zweiten mal.

Es gab auch ein Paar skurrile Situationen unterwegs, von denen ich euch unbedingt erzählen will.

Zuerst, irgendwo zwischen 10. und 15. Kilometer, hat meine Gruppe die Rennstrecke verloren. An einer Kreuzung sollten wir nach links abbiegen, haben das aber nicht getan, warum auch immer, und fuhren stattdessen unbekümmert weiter. Dann gab es plötzlich  ein lauter Durcheinander. Ich dachte zuerst, das Rennen sei abgebrochen worden. Alle begannen zu schreien, bremsen, sich umdrehen, nach dem richtigen Weg zu fragen und in Gegenrichtung zu fahren. Totales Chaos, was uns allen bestimmt einige kostbare Zeit gekosten hat.

Als ich wieder an dem richtigen Weg war, sah ich, wie die nächste Gruppe die gleiche Fehler machte. Vielleicht stimmte an der Stelle doch etwas nicht mit der Absperrung?

Am Ende des Rennes ging es auch lustig. Kurz vor dem Finish fuhr ich, wohl bemerkt – ganz alleine, unter einer Brücke mit einem Schild drauf: “70 km – geradeaus, 42 km – nach rechts” (ber der Skate-Challenge kann man sich eine von den zwei Distanzen aussuchen). Gleich danach gab wirklich einen Abfahrt, und da ich zu dem Zeitpunkt keine Lust, geschwiegen von Kräften, auf 70 km Rennen hatte, war ich im Begriff abzubiegen. An dem Abfahrt fand ich zu meiner Überraschung eine Gruppe von Menschen, die mir ganz unmissverständlich zeigten, ich solle ja weiter fahren.

Also, voll unsicher tat ich das, was die von mir wollten. Im Kopf malte ich mir aber fiese Bilder aus, wie die netten Menschen hinter meinen Rücken sich in die Hände klatschen, und sagen fröhlich: “Wie toll haben wir gerade noch einen verrückten auf die lange Reise geschickt!”. Ein Paar Hundert Meter vor mir fuhr ein anderer Skater, und seine nervöse Haltung sagte mir, er hat gerade die gleichen dunklen Vermutungen, wie ich. Das stimmte ja auch – der Mann bremste plötzlich, drehte sich um und fuhr mir entgegen, um wahrscheinlich den besagten Abfahrt doch zu erwischen.

Zwei mal in einem Rennen umzudrehen war mir schon zu viel, deswegen habe ich mich entschieden, weiter zu fahren, egal was passiert. Nach einer Weile kam noch eine Brücke mit dem gleichen Schild drauf, was mir bisschen Hoffnung brachte. Allerdings konnte ich nicht ausschließen, dass ich ab jetzt in einer Art “Groundhog Day” stecke, und bis zu Ewigkeit dazu verdammt bin, unter der Brücke zu fahren und die Schreien “Fahr weiter!” zu hören. Die einzelne Möglichkeit aus dem Fluch auszubrechen wäre dann wahrscheinlich in 30 Jahren den perfekten Double Push zu lernen und den armen Skater davon abzuhalten, zurück zu fahren.

Zum Glück fand ich nach der Brücke den richtigen Abfahrt und die seit langem erwartete Zielgerade danach. Unter den jubelnden Rufen der Zuschauern “Geh zur Seite, die Rennradfahrer kommen!” überquerte ich die Ziellinie, nahm mir meine Medaille entgegen, und war froh, dass alles vorbei ist.

Die Ziellinie habe ich mit der Zeit von knapp über 1:36 überquert. Keine schlechte Zeit, eigentlich. Gute 12 Minuten schneller als im Jahr davor – man kann stolz auf sich sein. Das perfekte Wetter in Frankfurt hat bestimmt zu dem Erfolg einiges beigetragen, aber das ist schon wirklich pervers – Erfolge mit Wetter zu bergünden.

Noch eine Überraschung – am Ende des Rennens zeigten mir meine GPS-Uhr eine Top-Geschwindigkeit von über 50 km/h. So schnell war ich an den Skates noch nie im Leben. Ich kann von Glück reden, dass ich die Werte erst danach zu sehen bekam, und nicht unterwegs – sonst hatte ich bestimmt Schiss gekriegt, und wer weiß, wie das alles ausgegangen wäre. Ich vermute nämlich, bei solchen Geschwindigkeiten trete ich langsam in den Bereich ein, wo ich meine Skates noch nicht so richtig kontrollieren kann. Man muss da schon aufpassen.

Im großen und ganzen ist die Skate-Challenge ein tolles Rennen. Ich bin froh, dass ich dabei war. Wenn alles glatt läuft, nächstes Jahr skate ich in Frankfurt wieder.

Und jetzt, falls es am Wochenende regnen soll, schreibe ich etwas über Inline-Day in Kerpen.

Mit oder ohne?

by consta on April 19, 2011

speedskater doodling

Vor ein paar Tagen zeichnete ich diese Figürchen, und dann kam mir plötzlich eine nicht ganz unwichtige Frage in Sinn:

Ist das eigentlich richtig, dass ich Skater manchmal ohne Helm zeichne?

Klar, es ist keine gute Idee, ohne Helm auf den Rollen zu stehen, geschweige davon zu skaten. Helm schützt eben. Alle wissen das. Alle sollen das wissen.

Ich habe mich gefragt, was passiert, falls hier jemand landet, wer von der Weisheit noch nie gehört hat oder nicht viel davon hält. Ob so eine Zeichnung als Bestätigung dafür dienen kann, dass es ohne Helm auch geht? Keine Ahnung. Bin gerade etwas unsicher deswegen.

Also, was meint Ihr: mit oder ohne? (zeichnen natürlich, nicht skaten)

Erfolgreicher Zieleinlauf

by consta on April 11, 2011

Hier ist mein offizielles Finisher-Foto von dem gestrigen Halbmarathon in Bonn. Ich werde jetzt nicht viel darüber erzählen, ich sage nur, bei dem Rennen habe ich den langsamsten Zieleinlauf in meiner gesamten sportlichen Karriere geschafft. Sobald ich mich erinnern kann, die Ziellinie passierte ich noch nie im Schritttempo. Warum so langsam? Ich denke, in diesem Winter verbrach ich viel zu viel Zeit auf dem perfekten Boden einer Sporthalle, und war zum Steinpflaster mit drüber liegendem Teppich einfach nicht gut genug vorbereitet (es klingt übrigens nach noch einer perfekten Ausrede für ein gescheitertes Rennen, oder?).

Aber so schlimm war es in Wirklichkeit wieder nicht. Der Plan für das Rennen in Bonn war einfach – nicht übertreiben, locker reinkommen, eigene Fassung nach der langen Winter prüfen. Alles hat prima geklappt. Die Beine sind immer noch da, skaten habe ich nicht verlernt, und Rennen machen weiterhin Spaß. Vielleicht sogar ein tick mehr, als vor einem Jahr.

Ok, mag sein, die Strecke in Bonn ist nicht unbedingt die beste und für heiß begehrte Bestzeiten kaum geeignet. Aber auch sie gibt jede Menge neue Erfahrungen, die man beim gemütlichen skaten am See leicht verpassen kann. Zum Beispiel, nach zwei Abfahrten von den Brücken über den Rhein kam ich zum Schluss, dass die neue Strecke beim Köln-Marathon gar nicht so schrecklich ist, wie ich es mir zuerst gedacht habe (die Kurven nach der Deutzer Brücke haben mich mal in blanke Panik versetzt). Man kann immer was dazu lernen.

Und das wichtigste – diese Saison habe ich mit einer Zeit angefangen, die um gute 5 Minuten schneller ist, als beim ersten Rennen ein Jahr davor. Ist das nicht toll? Mal sehen, wie es weiter geht.

Eine Bitte noch zu den Fotografen, die mich beim Zieleinlauf knipsten: schickt mir bitte nicht die Finisher-Fotos. Eins davon habe ich schon; mir reicht’s.

AK40

by consta on März 7, 2011

Jetzt wird es richtig ernst.

Was man mit einem Ball machen kann

by consta on Februar 26, 2011

Auf einem Ball kann man stehen.

Auf einem Ball kann man sitzen.

Einen Ball kann man auf dem Kopf halten.

Und mit einem Ball kann man Fußball spielen.

Also, wenn ich nach all diesen Anstrengungen meine Betzeit um mindestens halbe Stunde (sagen wir, bei einem 10K-Rennen) nicht verbessere, dann weiß ich auch nicht, wozu das alles.

Anderseits, in diesem Winter bin ich scheinbar mehr geskatet, als in der ganzen Saison 2010. War es damals nicht das Ziel gewesen, mehr Zeit auf Skates zu verbringen? Ich denke, schon. Je mehr man skatet, desto mehr Spaß hat man bei der Sache. Ich freue mich schon auf die ersten Rennen. Und die Bestzeiten spielen eigentlich keine Rolle dabei. Oder vielleicht ein bisschen doch?

Dran bleiben

by consta on Januar 31, 2011

Ich vermisse jetzt schmerzlich die Zeiten, als ich noch allein und unbekümmert am See skatete. Damals war ich mir sicher, dass ich so richtig cool on Skates bin, dass ich alles kann, und wenn ich bei einem oder anderem Rennen kurz vor dem Zielschließen ankomme, dann gibt es dafür verdammt nochmal Gründe, die mit mir selbst nichts zu tun haben.

Jetzt weiß ich – ich kann so gut wie gar nichts. Seilspringen klappt grausam, Wandsitzen kann man glatt vergessen, geschweige von dem eigentlichen Skaten. In einer Gruppe halte ich mich zum Beispiel nur dadurch, dass ich den Vordermann von hinten am Trikot packe.

Aber immerhin bin ich in einer Gruppe, und zwar in einer sehr netten. Die verzeihen mir sogar den Trick mit dem Trikot. Seit kurzem darf ich mich nämlich zu den Mitgliedern von TC 04 Köln-Poll zählen, und ich freue mich deswegen. Die zerstörte Selbsteinschätzung betrachte ich nur als kleiner Nebeneffekt meines neuen Vereinsleben. Alles kommt bestimmt wieder in Ordnung, man muss nur dran bleiben.

Gestern konnte ich dank gutem Wetter wieder wie früher ein paar Runden am See drehen. Dabei musste ich feststellen – mir fehlte etwas. War das vielleicht das Trikot des Vordermannes?