Das Rennen des Jahres
by consta on September 7, 2010

Also, wenn ich einen Preis für das beste Inline-Rennen vergeben könnte, dann würde das capp Sport cup in Langenfeld bestimmt ganz oben auf der Liste der nominierten stehen. Allein von der pragmatischen Seite aus gesehen – ich kenne keine andere Veranstaltung, wo man fürs Startgeld so viel drumherum bekommt. Ich meine all das leckere Essen, Handtücher oder T-Shirts und diesmal noch eine schicke Medaille dazu. Aber die pragmatische Seite ist meistens nicht die wichtigste. Langenfeld ist einfach nett. Dort ist immer gemütlich, eis gibt kein Stress, alle sind völlig entspannt und man kann unbekümmert die schnelle Strecke genießen. Es geht mir mindestens so.
Und dieses Jahr war keine Ausnahme. Das Wetter konnte nicht besser sein. Alles verlief nach Plan: angekommen, bei der Menschenkette mitgemacht, Startunterlagen abgeholt, lecker gegessen. Die Jungs, die Bratkartoffel mit Spiegelei gemacht haben, müssen besonders gelobt werden – es war besser, als Doping. Ein paar Minuten, die ich danach im Rennen gewonnen habe, gehen auf Eure Rechnung. Danke!
Vor dem Rennen habe ich mir diesmal keine besonderen Ziele gesetzt. Vielleicht nur eine – ohne Sturz anzukommen. Wegen der Zeit machte ich mir keine Gedanken – da ich noch nie diese 90min+x gefahren bin, wusste ich – jede Zeit wird mein PB sein. Also, GPS abgeschaltet, Herzfrequenzmesser in die Tonne geschmissen und ab an die Piste. Die gleiche Taktik habe ich übrigens neulich beim Triathlon in Hennef ausprobiert und habe dabei gelernt – ohne Hi-Tech geht alles gleich viel lockerer.
Die erste Hälfte des Rennens verlief recht gemütlich. Ich fuhr in einer Dreier-Gruppe zusammen mit einem Kölner-Rollmops und einem Speedskater von CST Köln. Das Tempo war für mich voll in Ordnung und ich war schon bereit, so bis zum Ende zu skaten. Das hat aber nicht geklappt – nach einer Stunde habe ich die Gruppe verloren. Um es richtig zu formulieren – ich bin abgehauen.
So wurde es aber nicht geplant. Zu dem Zeitpunkt fuhr ich als erster in der Gruppe. Ich denke, ich bin bisschen zu schnell geworden und wollte schon die Geschwindigkeit drosseln, als ich jemanden hinter meinen Rücken spürte. Ich dachte, die Jungs aus meiner Gruppe wollen jetzt Gas geben. Ich beschleunige mich dementsprechend weiter, aber dann begreife ich, dass das gar nicht meine Gruppe ist, sondern die schnellen, die mich gerade überrunden. Toll. Und so rolle ich plötzlich wieder alleine auf der Strecke und habe die Wahl: weiter solo zu fahren, auf meine Gruppe zu warten oder versuchen, die schnellen einzuholen und dann schauen, was passiert. Ich entscheide mich für die letzte Variante.
Danach ging alles um einiges schneller. Die neue Gruppe bestand aus ein paar Speedkater aus Düsseldorf, Baduffys aus Bonn, wieder ein paar Rollmöpse und noch diverse Skater, die ich nicht identifizieren konnte. Es machte Spaß mit dem höhen Tempo zu skaten, und irgendwie war ich überrascht, das ich es ohne Problem aushalten kann. An der letzten Runde war ich sogar so frech geworden, auch von der Gruppe abzuhauen und allein zu sprinten. Es lief gut und ich hatte einfach Lust dazu.
Und so ich bin gefinisht. Ohne Stürze. Mit PB. Ein Hammer-Rennen. Bin absolut begeistert. Will noch mal.
Wie gesagt – ohne Zweifel – das war das Rennen des Jahres. So was macht Lust auf Sport, auf Training, auf neue Ziele. Noch vor kurzem war ich in totaler Depression nach Xrace gewesen und habe sogar mit den Gedanken gespielt, vielleicht lieber doch noch mal mit Triathlon zu versuchen. Jetzt warte ich sehnsüchtig auf den Köln-Marathon. Sind das noch die ganzen vier Wochen zu warten?
Bei Glanzbilder Photography habe ich übrigens heute ein paar richtig guten Fotos von dem Rennen gefunden. Enjoy
2 comments
Glückwunsch
Du hast hier was ganz wichtiges mitbekommen, Tempo ist immer relativ…Du konntest problemlos mit der Gruppe mitfahren die Dich fast überrundete…das ist ein gutes Zeichen und zeigt aber auch wie wichtig es ist direkt die “richtige” Gruppe zu finden…ich hoffe Du hast Dir ein paar Gesichter dieser Gruppe gemerkt, denn die solltest Du am Start des nächsten Rennens suchen.
Der schwierigste Teil eines Skaterennens ist der Start, hier entscheidet es sich halt in welche Gruppe man kommt…hier muss man sehr wachsam sein und sich den richtigen “Rücken” suchen…
Gruß
Frank
by Fränky on 7. September 2010 at 14:05. #
Danke! Es stimmt, am Start stehe ich immer irgendwo in den letzten Reihen. Das macht natürlich die Suche nach der richtigen Gruppe später erheblich komplizierter. Demnächst werde ich es versuchen, von Anfang an bisschen mehr selbstbewusster zu sein
by consta on 9. September 2010 at 21:59. #